Freitag, 24. Mai 2013

Die Standuhr! - Kurzgeschichte

Eine weitere Kurzgeschichte. :)

Die Standuhr!

„Alles gute zum Geburtstag liebes.“ schnaufte mein Vater und wischte sich mit dem Handrücken über die nasse Stirn. Vor mir stand eine große alte Standuhr mit goldenen Zifferblatt und einer hellbraunen lackierung. Ich konnte mein entsetzten nicht verbergen. „Aber das wäre doch gar nicht nötig gewesen.“ sagte ich und versuchte mich an einem lächeln. Es misslang mir gewaltig. Mein Vater seufzte schwer. „Ich weiß. Sie ist nicht gerade modern...oder in oder wie auch immer ihr jungen Leute es heute nenne wollt und ich muss zugeben sie ist schrecklich laut.,“ er seufzte noch einmal.“, Aber ich flehe dich an und wenn ich dafür auf die Knie fallen muss. Wenn deine Mutter gleich die Treppe hochkommt. Verdammt lächle wie du noch nie gelächelt hast. Sie fand die Idee super.,“ er hob abwehrend die Hände. „,Ich habe es ihr versucht auszureden. Hab ich wirklich. Aber du weißt doch wie deine Mutter ist.“ Ich stöhnte. Meine liebe, herzliche wundervolle Mutter mit einem grauenvollen Geschmack was Klamotten,Möbel und eigentlich sonst alles andere anging. Obwohl kochen konnte sie super und sie hatte einen wirklich bewundernswerten grünen Daumen. „Aber was soll ich denn jetzt...“ fing ich an doch genau in diesem Moment kam meine Mutter die Treppen hoch gelaufen und als sie mich neben diesem Ungetüm von Uhr stehen sah breitete sich ein strahlendes lächeln auf ihrem Gesicht aus. Augenblicklich hellte sich mein Gesicht auf und ich setzte mein niedliches ich-bin-ja-so-froh-das-es-dich-gibt-Danke-dafür lächeln auf. Jedoch als mich Mom in die arme nahm funkelte ich meinen Vater vorwurfsvoll an. Was sollte ich denn jetzt tun? Ich wusste das meine Mutter natürlich kontrollieren würde ob ich die Uhr auch aufgestellt hatte. Ich unterdrückte ein seufzter  Ich würde schon irgendeine kleine unscheinbare Ecke für dieses Ungetüm finden. Nein, stopp. Für mein Ungetüm finden. Auch wenn mir dieser Gedanke gar nicht behagte. Diese Uhr gehörte nun mir. Ein weiterer Punkt den ich auf meiner Dinge-die-ich-garantiert-niemals-haben-will-aber-trotzdem-bekomme Liste streichen konnte. Mom wirbelte schon durch meine Wohnung wie ein Tornado. „Hm liebes stell doch diesen Schrank nach rechts und stell die Standuhr hierhin.“ „Ich mag den Schrank aber da.“ sagte ich energisch. Meine Mutter nickte wie eine Geschäftsfrau die gerade versuchte mit einem schwierigen Kunden ins Geschäft zu kommen, dann sah sie sich um und hatte schon einen neuen Ort gefunden. „Stell sie hierhin das würde Phan...tas...tisch aussehen.“ rief sie und deutete auf die hintere Ecke des Flures. Ich schüttelte entsetzt den Kopf. „Wie sieht das denn aus. Dann ist ja alles was man sieht wenn man die Wohnung betritt die...Standuhr.“ gab ich zu bedenken. Sie nickte wissen. „Ja, ist doch toll nicht wahr?“ rief sie begeistert. Ich schüttelte den Kopf. „Sie kann da nicht hin. Auf keinen Fall.“ sagte ich. Sie sah mich enttäuscht an, flitzte jedoch gleich darauf wieder durch die Wohnung. „Hier Liebling. Hier kommt sie hin.“ schnatterte sie weiter. Ich folgte ihr und stellte mich neben sie in mein Schlafzimmer mit dem Rücken zu meinem Bett. „Hier.Damit du immer an mich denkst wenn du schlafen gehst.“ wiederholte Mom fröhlich. „Aber dann hör ich doch jede Nacht dieses Ticken.“ entgegnete ich. Wieso konnte sie nicht einfach vorschlagen das ich das Ding auf den Dachboden deponierte? Da konnte es so viel vor sich hin tickern und Vogel laute von sich geben wie es wollte – ich war ja ziemlich sicher das alte Standuhren immer einen Kuckuck hatten-. Mom zog einen Schmollmund und ich hätte jetzt gelacht wäre es nicht um diese schreckliche Standuhr gegangen. Sie sah dadurch aus wie ein Fünf Jähriges Mädchen das unbedingt was süßes haben wollte. „Ich habe das Gefühl dir gefällt sie gar nicht. Ich kann sie auch gleich wieder mitnehmen wenn sie dir nicht gefällt.“ sagte Mom eingeschnappt. Mein Vater riss flehend die Augen auf. „Nein, du hast recht Mom hier im Schlafzimmer sieht sie Super aus. Komm wir bauen sie gleich hierher.“ willigte ich mit einem unechten lächeln ein. Wenigstens sahen meine Gäste nicht als erstes beim betreten der Wohnung die Uhr. „Aber wollen wir nicht erst lieber ein wenig von meinen Selbst gebackenen Pflaumenkuchen essen?“ fragte ich. Mom nickte und ging gleich in die Küche. Dad und ich folgten ihr. Ich warf noch einen letzten Sehnsüchtigen Blick in mein Schlafzimmer. Das war das letzte mal das ich es ohne Standuhr sah. Diesen Moment wollte ich festhalten.

Wütend schlug ich die Bettdecke zurück und knipste mein Licht an. Das war doch nicht zu fassen. Ich schlich in meine Küche und goss mir ein Glas Milch ein. Ich trank es in einem Schluck leer und knallte das Glas zurück auf die Theke. Diese verfluchte Uhr brachte mich noch um den Verstand. Ich goss mir erneut ein Glas Milch ein und nahm es mit in mein Schlafzimmer. Gerade als ich das Zimmer betrat brach ein Ohrenbetäubendes Geheul los. Kuckuck. Kuckuck. Machte meine neue Standuhr Zwölf mal. Ich zuckte heftig zusammen und verschüttete dadurch meine Milch. Verflucht! (Soviel zu meiner Alte Standuhren haben immer eine Uhr Theorie. Ich hatte also recht.)  Ich war so Wütend und genervt das ich dem blöde Kuckuck ab liebsten den Hals umgedreht hätte. Vermutlich hätte das nicht viel gebracht daher ging ich stattdessen in die Küche zurück um die Sauerei aufzuwischen. Das war ja nicht zu fassen. Nachdem ich die verschüttete Milch aufgewischt hatte ging ich wieder in mein Bett und knipste das Licht aus. Ich wollte wenigstens noch ein paar Stunden Schlaf bekommen. Ich wälzte mich hin und her. Tick Tack Tick Tack Tick Tack. Ich glaube das war eine der längsten Nächte meines Lebens. Ich war wirklich erleichtert als ich endlich in einen unruhigen Schlaf glitt.

Sosehr ich die Uhr am Anfang gehasst hatte so schnell gewöhnte ich mich auch an sie. Ich fing an das Ticken der Uhr zu zählen und ehe ich mich versah war es schon tief in mir verankert sobald ich das Schlafzimmer betrat sofort auf das Ticken zu lauschen. Von meinen Freundinnen bekam die Uhr nie jemand zu Gesicht bis auf meine beste Freundin Bonnie. Bonnie war von der Uhr genauso begeistert wie meine Mom und sie erklärte mir diese Uhr wäre sicherlich antik und ich solle stolz darauf sein sie zu besitzen  Da ich mich schon an die Uhr gewöhnt hatte konnte ich diese Bemerkung mit einem netten lächeln abtun. Nur weil die Uhr mich nicht mehr am schlafen hinderte und ich sie noch nicht mit meiner Axt die ich im Keller lagerte zerhakt hatte hieß es nicht das ich gleich stolz auf den Besitz dieses Ungetüms war. Abgesehen davon das ich wirklich müde war wenn ich von meiner Arbeit nach hause kam und einfach nur noch ins Bett wollte. Wenn ich erst einmal im Bett lag passierte es manchmal das ich so tief schlief das man denken musste ich sei ins Koma gefallen.
Auch an diesem Tag kam ich spät abends von meiner anstrengenden Arbeit nach Hause. Ich war todmüde und wäre vermutlich sofort ins Bett gegangen hätte sich mein Magen nicht zu Wort gemeldet. Ich hatte zuletzt am Morgen ein Käsebrot gegessen und jetzt schimpfte und tobte mein Magen mit mir. Also ging ich rasch in die Küche. Ich nahm eine Pfanne aus dem Schrank und schmiss ein Stückchen Butter hinein. Dann wartete ich einen Moment um bis sie geschmolzen war dann warf ich mir gleich Vier Eier auf einmal in die Pfanne. Ich würde das schon alles aufessen. Schlurfend verließ ich die Küche ohne darauf bedacht zu sein leise zu sein. Da ich jedoch jetzt schon ganze Zwei Wochen allein in dieser hübschen kleinen Wohnung lebte störte das sicher niemanden. Naja, vielleicht meine Nachbarin die unter mir Wohnte. Alles war noch ein wenig chaotisch doch auch das störte niemanden wirklich. Ich ging in mein Schlafzimmer und zog mir mein Nachthemd an. Dann ließ ich mich kurz auf mein Bett fallen. Ich war so schrecklich Müde. Ohne es zu bemerken vielen mir die Augen zu. Das gleichmäßige Ticken der Uhr war wie eine Hypnose für mich.
Tick Tack, Tick Tack, Tick Tack, Tick Tack, Tick Tack, Tick Tack, Tick...

Mit einem Ruck öffnete ich meine Augen. Etwas stimmt hier nicht. Müde rieb ich mir die Augen. Nanu das Licht brannte ja. Ich hatte irgendwie einen merkwürdigen Geruch in der Nase der Übelkeit in mir aufwallen ließ. Das bildete ich mir wahrscheinlich nur ein. Wieso war ich überhaupt aufgewacht? Nach einer weiteren Minute bemerkte ich es. Diese unheimliche stille im Schlafzimmer. Die Uhr hatte aufgehört zu schlagen. Gerade wollte ich aufstehen da fiel mir der Merkwürdige Geruch wieder ein... und ich raste in die Küche. Rauch stob in dicken Wolken an die Decke. Die Pfanne war kurz davor Feuer zu fangen. Schnell hastete ich nach vorne und schaltete den Herd ab. Dann riss ich Zwei Handtücher von der Stuhllehne und warf sie über die Pfanne. Ich schnappte mir gleich darauf die Topflappen vom Haken und schob die Pfanne vorsichtig von der heißen Herdplatte. Habt ihr schon einmal schwarze Eier gesehen? Kein schöner Anblick sag ich euch. Verdammt wie konnte das nur passieren? Mir war natürlich klar wie das passiert war ich war ja nicht blöd aber ich verfluchte mich das ich nicht gestern wie geplant endlich die Feuermelder angebracht hatte. Ich beschloss das gleich nachzuholen. Es war mir egal das sich noch immer Müde war oder das mein Magen mir beinahe aus dem Hals sprang. Hauptsache so etwas passierte nicht noch einmal. Plötzlich war ich meiner Mutter unendlich dankbar das sie mir mein Ungetüm geschenkt hatte. Was hätte ich bloß ohne die Uhr getan? Was wäre wohl passiert wenn die Uhr einfach weiter geschlagen hätte wie sie es eigentlich tun sollte? Ich wollte es mir gar nicht vorstellen.
Am nächsten Tag rief ich gleich nach meiner Arbeit jemanden an der sich meine Uhr mal anschauen wollte. Als der Fachmann meine Standuhr begutachtete sagte er ich solle mir lieber eine Neue kaufen das wäre billiger. „Aber sie könnten diese hier theoretisch reparieren?“ fragte ich. „Natürlich könnte ich das. Es wäre einfach nicht billig. Eine neue wäre durchaus billiger.“ riet er mir. „Nein, danke ich behalte diese. Das ist es mir Wert.“ antwortete ich und lächelte geheimnisvoll .

Ellen

Kommentare:

  1. Gut geschrieben und interesant.
    Auch eine Tolle idee. Die Personen wirken sehr lebendig vor allen die Mutter und der Vater.
    Grüße Janina

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  2. ich wollte dir mal sagen, dass ich finde, dass du wirklich toll schreibst & vor allem noch vielen Dank für deine lieben Kommentare!
    <3

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  3. Danke erstmal, dass du mir followst.
    ich hab mir deinen blog angesehen, und einige posts (bzw. eigentlich alle ;D ) angesehen, und diese kurzgeschichte hier gefällt mir besonders.
    du kannst wirklich gut schreiben, und mit mir hast du jetzt definitiv eine neue followerin !
    am design kann man sicher noch etwas arbeiten, aber ansonsten wirklich süß !
    xo, e. <3

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    1. Yay Dankeschön :D :)
      Ja ich bin noch am überlegen wie ich meinen Blog haben will also das Desing ändert sich auch noch. :)

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    2. gerne :)

      hab ich mir gedacht, wird schon, und hauptsache die texte sind gut, die du postest. :)

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  4. Wundervolle Geschichte. Mein Wecker tickt auch ziemlich laut und hatte deshalb auch die ganze Zeit ein Ticken im hintergrund, während ich die Geschichte las. Hat allem irgendwie eine unheimliche Stimmung gegeben.

    Kleiner Tipp: Bei dem "Sprung" von dem unruhigen Schlaf und wo sie sich an das Ticken gewöhnt würde ich eine Zeile frei lassen. Kann nämlich ziemlich verwirrend sonst sein =)

    Liebe Grüße
    Luisa

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