Donnerstag, 16. Mai 2013

Stummer Beobachter!


Mal etwas ganz anderes als sonst. ;)
Meine Gedanken

Stummer Beobachter

Ich war nie Selbstbewusst. Immert schüchtern und verschlossen. Wenn ich jemand neues kennen lernte brauchte ich ewig um aus mir heraus zu kommen. Es ist seltsam und ich kann es einfach nicht richtig in Worte fassen. Wenn ich jemand neues kennen lerne ist mein Kopf völlig leer. Ich suche nach Gesprächsthemen und mir fällt nur unsinniges Zeug ein. Fängt jemand anderes mit mir ein Gespräch an gebe ich unbewusst kurze antworten und dann ist es mir unmöglich das Gespräch weiter zu führen. Ich war immer nur ein stummer Beobachter. Nie besonders herausragend. Nie laut und emotional. So auch als ich in eine neue Klasse kam. So gut wie alle wollten mit mir ein Gespräch anfangen, mich kennen lernen. Doch niemanden gelang es wirklich deshalb war ich oftmals am Anfang die meiste Zeit allein. Erst als ich neben eine Klassenkameradin gesetzt wurde die sich mit mir auf kleinen Zettelchen unterhielt wurde ich offener. Jedoch nur zu ihr und später auch zu wenigen anderen mittlerweile guten Freundschaften. Bei den anderen meiner Klasse blieb ich stumm.

Nach der Zeit versuchten viele gar nicht mehr ein Gespräch mit mir zu führen. Es war anstrengend für sie. Bei Teamarbeiten sagte ich nur selten etwas. Ich hörte den anderen zu und bildete mir meine eigene Sicht vom geschehen was bei den anderen jedoch nicht besonders gut ankam. Jedoch war es nicht so das ich nichts mitbekam. Ich war der stumme Beobachter  Ich sah alles und bildete mir meine eigene Meinung. Ich lernte die Leute doch mit der weile kennen und konnte unterscheiden wo es sich lohnte Gespräche zu führen und wo nicht. Klar ich war immer höflich zu jeden ob ich diese Person mochte oder nicht. Das Ergebnis war also das ich die anderen weitgehend kannte aber sie mich nicht.

Es gibt Momente da hasse ich es ein stummer Beobachter zu sein. Ich komme mir einsam vor obwohl der Raum gefüllt ist. Ja, der Raum mag voll sein doch keiner dieser Menschen kennt mich. Viele halten mich durch meine Zurückhaltung für arrogant und hochnäsig. Dementsprechend stehen sie mir dann auch gegenüber. Ein schreckliches Gefühl.

Es gibt jedoch auch positive Seiten wenn man unbekannt und unbeachtet bleibt. Ich liebe es zum Beispiel anderen bei ihren Tätigkeiten zuzusehen. Ich starre sie regelrecht an und höre ihre Worte und denke darüber nach. Da ich jedoch oft so gut wie unsichtbar für die Leute bin fällt den meisten meine starrerei gar nicht erst auf. So gucken sie mich auch nicht irritiert an und fragen sich was ich wohl für ein Problem hab. In diesen Momenten komme ich mir vor wie ein Geist. Als würde ich unsichtbar um die Menschen herum schweben und sie solange beobachten könne bis ich das Interesse an ihnen verlor.Eine andere – meiner Meinung nach - positive Sache ist es wie ich bereits erwähnte das mich niemand kennt. Wenn ich also eine meiner stärken zum Vorschein bringe schauen sie mich an als käme ich vom Mond. Ein wirklich amüsantes Schauspiel ist das und zu meiner Verlegenheit muss ich leider sagen das es mir oft sehr gefällt wenn sie mich alle anstarren wie Frösche.

Im Grunde weiß ich nicht ob es gut oder schlecht ist unauffällig zu sein. Es hat wie alles seine guten und seine schlechten Seiten. Manchmal wünsche ich mir es wäre anders und ich wäre Selbstbewusst, aber dann sag ich mir „Hey es muss auch schüchterne Menschen geben. Wo würden wir den landen wenn alle Menschen von Natur aus Selbstbewusst wären?“ Mittlerweile werde ich anderen gegenüber immer offener und ich bin denke das es vielleicht möglich ist meine Schüchternheit irgendwann beinahe völlig abzulegen. 

Vielleicht verstehen ja einige was ich meine. Bestimmt kennen noch andere dieses Gefühl unsichtbar zu sein oder einfach schüchtern zu sein. 

liebe Grüße
eure Ellen

Kommentare:

  1. Oh ja, ich kann mich in deinen Text richtig gut hineinfühlen. Manchmalg geht es mir auch so, vorallem bei fremden Menschen. Erst in diesem Schuljahr, meinem letzten, bin ich gegenüber den andern offener geworden (vorher habe ich natürlich auch schon geredet und so, aber jetzt traue ich mich zum Beispiel meine eigene Meinung zu vertreten oder Vorträge in einer normalen Lautstärke und nicht zu leise zu halten).

    Es ist gut zu wissen, dass ich offensichtlich nicht die Einzige bin, die sich die Menschen erst genauer anschaut und erst viel Später richtiges Vertrauen und ein wenig Selbstbewusstsein gewinnt.

    Eine richtig schöne Kurzgeschichte hast du geschrieben =)

    Liebe Grüße
    Luisa

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    1. Dankeschön.
      Ja auch bei mir hat es sich im letzten Schuljahr ein wenig gebessert und ich bin auch froh darüber.
      Ellen

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  2. Ich mag deinen Schreibstil <3

    Allerliebste Grüße,
    HOLYKATTA

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  3. Vielen lieben Dank für deine Worte. :)
    Ich bin gerade etwas sprachlos wegen den ganzen Kommentaren, die ich dazu bekommen habe.

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  4. Allerding, du warst wirklich sehr verschlossen. :o
    aber ich finde es sooo toll wie du schreibst, es ist sooo erwachsen. :)
    Mach weiter so Ellen. :)

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    1. Yaay.
      Dankeschön Lene :D
      Liebe Grüße
      deine Elly

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