Sonntag, 20. April 2014

Kurzgeschichte 3/3 ; Thema: Monster

Jetzt gibt es endlich die letzte der drei Kurzgeschichten zum Thema "Monster". Die letzte mochte ich von den dreien ab liebsten. Und ihr? Wollt ihr sowas eigentlich öfters? :) Würde mich über Kommis freuen. 

Die erste der drei Geschichten findet ihr hier! (Funkelnde Augen in der Nacht)

Die zweite gibt es also hier! (Ist jemand da draußen)

und jetzt geht es zur letzten. Frohe Ostern!

Das Monster in mir

Ich war mir nie wirklich einige, wer ich eigentlich sein wollte. Ich wollte nicht langweilig sein, aber ich wollte auch nicht auffällig wie ein Stern in dunkler Nacht durch das Leben ziehen. Ich wollte nie ungehorsam sein, aber gehorchen wollte ich auch nicht. Ich wollte niemals aufmüpfig oder Rebellisch sein, aber völlig unterdrücken konnte ich diesen Wunsch auch nicht. Wie findet man sein Mittelmaß? Ich stehe auf einer Waage und versuche das Gewicht zu halten, aber ich schwanke immer wieder nach links oder rechts. Ich wollte nie zu viel Schmuck tragen, sodass man mich schon von weitem funkeln sieht. Doch wollte ich schon immer bunte Haare haben. Blau oder Rot oder giftgrün.
Schwanke ich zur gehorsamen Seite bin ich langweilig und grau. Es macht keinen Spaß immer alles richtig zu machen und aus jedem Fehler gleich zu lernen. Ich würde lieb und nett sein zu jedermann und ich würde selbstlos sein. Ich würde den Menschen helfen wollen und niemanden schlecht behandeln wollen. Ich würde gerne im Hintergrund stehen, ungesehen und unauffällig. Alles was ich tue ist natürlich gesetzlich gut und niemals würde ich dagegen verstoßen.
Würde ich auf meine Rebellische Seite zugreifen würde ich Wert darauf legen anders zu sein. Ich würde mich weniger um Regeln scheren und mich über jede Freiheit freuen, die ich mir erkämpft habe. Ich würde strahlen und jeden Teil meiner selbst zur Schau tragen. Bis auf den gehorsamen natürlich.
Doch wie soll ich mich entscheiden? Soll ich weiterhin auf zwei Gleisen laufen ohne mich je zu entscheiden? Soll ich zu den guten oder den bösen gehören, jenen die anders sind als der Rest. Ersteres erscheint mir zu schwer, wer will schon sein ganzes Leben lang zwischen zwei Welten stehen? Ist das böse nicht einfacher und verlockender? Ich will mein Monster laufen lassen. Die Versuchung ist groß. Doch was würde das aus mir machen?

Ellen